Geschichte Von Maltepe

Maltepe, das sich während der Urbanisierung der modernen Republik zu einem wichtigen Bezirk entwickelte, ist zu einem der schönsten Bezirke mit moderner Geschichte, Natur und einer architektonischen Struktur Istanbuls geworden.

Die Geschichte von Maltepe reicht bis auf das byzantinische Reich zurück. Maltepe wurde zu der damaligen Zeit "Bryas" oder lateinisch "Urias" genannt. Gemäß einer anderen Quelle hieß es in der Geschichte der Byzantiner "Pelekanon". Auch wenn es heißt, dass es den Namen Byras von den Historikern aufgrund der Nachrichten des Byras-Palastes in der Nähe der alten Akduman-Quelle in Kücükyali erhalten hat, gibt es hierfür keinen konkreten Beweis. Deshalb wurde das heutige Maltepe im 16. Jahrhundert hier gegründet. Dieser kleine Grenzort wurde vom Erdbeben im Jahr 1509 zerstört und die Ruinen, die in diesem Jahrhundert "Obnias" oder "Abrias" genannt wurden und sich am Fuß von Dragos befinden, wurden vom berühmten Botaniker und Reisenden Pierre Gylli entdeckt. Historiker, die auf den Namen Pelekanon bestehen, behaupten, dass die Schlacht zwischen dem 3. Androniks und Orhan Gazi (1329-1330) in der Gegend von Maltepe stattgefunden hat.

Der Ursprung dieser Annahme ist der berühmte Historiker Hammer. Dennoch behauptete der Historiker Mirmiroglu beruhend auf einigen Beweisen, dass die Pelekanon Schlacht zwischen Darica und Eskihisar in der Umgebung des Klosters stattgefunden hat.

Wie schon aus sämtlichen Forschungen hervorgeht, ist Maltepe seit Jahrhunderten ein bedeutendes Siedlungsgebiet. Der heutige Name Maltepe bedeutet "Hügelgrab" (angehäufter künstlicher Hügel), was auch angehäufter Hügel mit vergrabenem Schatz oder Truhen gefüllt mit Gold bedeutet. Nach der Eroberung der Halbinsel Kocaeli seitens der Türken, gaben diese ihm, beruhend auf einige Legenden von Dragos, diesen Namen. Der Historiker Hammer berichtet, dass sämtliche Hügel an diesem Küstenstreifen Maltepe genannt wurden.

Vor der Gründung des Osmanischen Reichs haben die türkischen Akinci (Reitergruppen) auf der Halbinsel Kocaeli, die unter byzantinischer Herrschaft war, Invasionen durchgeführt. Es ist bekannt, dass diese Akincilar (Reitergruppen) bis nach Üsküdar kamen. Im Jahre 1075, nur 4 Jahre nach der Malazgirt (Manzikert)- Schlacht, haben sie Iznik und seine Umgebung errungen und das Reich der anatolischen Seldschuken gegründet. Süleyman Shah kam bis zum Bosporus. Nach dem Sturz des anatolischen Seldschuken-Reichs kam Maltepe und die Umgebung wieder in die Herrschaft der Byzantiner. Nach der Gründung des Osmanischen Reichs, während der Herrschaft des 2. Osmanischen Sultans Orhan Gazi, nahmen die Kommandeure Akca Koca, Konur Alp und Gazi Abdurrahman Maltepe in die Herrschaft der Türken. Die historische Bedeutung von Maltepe nahm nach der Eroberung von Istanbul durch die Türken weiter zu.

Maltepe, das sich auf der Bagdad-Straße befindet, ist für die Osmanische-Armee nach Üsküdar die zweite Haltestelle. Auch wurde das Militärlager in Maltepe aufgebaut. Ismail Hami DANIŞMENT schrieb, dass Fatih Sultan Mehmet sein Heer von 300.000 Mann am 27. April nach Üsküdar führte, sich hier ein paar Tage ausruhte, danach von Üsküdar nach Gebze weiter marschieren wollte, jedoch auf der sogenannten Tekfur-Wiese oder Sultans-Wiese im Gebiet der Hünkar Cayiri (Königswiese) erkrankte und am 3. Mai 1481 starb. Laut Danisment ist gemäß einigen osmanischen Einträgen die Hünkar Cayiri (Königswiese), die sich zwischen Üsküdar und Gebze befindet, bereits Maltepe. Im 1. Band des Reisebuchs (Seyahatname) von Evliya Celebi erwähnt dieser auch, dass Fatih Sultan Mehmet in der Nähe von Maltepe starb. Während der osmanischen Zeit war Maltepe ein bedeutendes Gebiet, denn es diente als Militärstützpunkt. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Maltepe mit den Bemühungen des Feyzullah Efendi Kazasker (ein hoher Beamter im Osmanischen Reich) weiter und wuchs in seinem Ansehen. Feyzullah Efendi, Sohn des Sheikh ul-lslam Hayr Efendi (1699 - 1761), wurde 1749 zum Rumeli Kazasker und zweimal zum Sheikh ul-lslam (1755 und 1757) ernannt. Im Jahr 1758 wurde dieser seitens des 3. Mustafa abberufen und die Genehmigung erteilt, dass er in seinem Haus in Sütlüce leben darf. Nach seinem Tod wurde er in der von ihm errichteten Zawiya begraben. Es wird berichtet, dass das alte Maltepe das Anwesen von Feyzullah Efendi war. Feyzullah Efendi habe das Quellwasser des Kayisbergs mit Erddrainagen nach Maltepe gebracht, weiter hat er einen Brunnen vor dem Laubencafe neben der Feyzullah Moschee errichten lassen. Die erste Gesellschaft in Maltepe wurde im Jahr 1910 unter dem Namen Uhuvvet-i Osmaniye (Osmanischer Bund) seitens Miralay Süreyya ILMEN gegründet. Am 14. April 1912 wurde zum ersten Mal in Maltepe eine Grundschule mit dem Namen Sayeste Kadi Efendi errichtet. Nach dem Unabhängigkeitskrieg ließen sich 1500 Türken, die aus Selanik, Drama und der Kavala-Region nach Maltepe kamen, hier nieder.

Das heutige Süreyya Pasa-Gesundheitszentrum für Brustkrankheiten, das auch als der Narlidere-Hof bekannt ist, wurde seitens Süreyya Pasa gebaut, der zur Entwicklung von Maltepe einen großen Beitrag geleistet hat. (1874-1955) in den Jahren nach der Republik vernichtete ein großer Brand zusammen mit sämtlichen Holzhäusern die Feyzullah-Efendi-Moschee. Im Jahr 1928 wurde die Gemeinde Maltepe gegründet. Der Flächennutzungsplan von Maltepe wurde 1945 erstellt. Nach dem Flächennutzungsplan war das Siedlungsgebiet von Maltepe auf der Bahnlinie.

In den 50er Jahren fand eine große Zuwanderung nach Istanbul statt. Auch Maltepe spürte die Auswirkungen dieser Zuwanderung sehr stark. Die Bevölkerung, die sich mit der Zuwanderung in Maltepe niederließ, baute insbesondere in nicht besiedelten Gebieten Schwarzbauten. 

Neben den Schwarzbau-Siedlungen änderte sich auch die städtebauliche Entwicklung, die in den 60er Jahren mit hoher Geschwindigkeit anstieg. Ein zweiter Faktor war die Errichtung von Wohnblöcken auf zum Bau freigegebener Flächen. Vorerst wurden die leeren Flächen, danach die Grünflächen und dann die Parks und Spielplätze mit Wohnblöcken gefüllt. Der Anstieg von unrechtmäßigen städtischen Einnahmen und Kosten verstärkte die Tendenz der Verbreitung der Großindustrie um die Stadt herum; mit verschiedenen Anreizmaßnahmen zur Förderung wurden der Achse von Tuzla-Yakacik-Cayirova-Gebze die Industriegebiete Kartal-Maltepe hizugefügt.

Mit dem Beginn der Automobilproduktion in den 70er Jahren, stieg die Anzahl der Autobesitzer in Istanbul an. Als Folge wurde die Bosporus-Brücke gebaut. Letztendlich wirkte sich dies auf das Bevölkerungsgleichgewicht beider Ufer aus. Am östlichen Ufer zeigten die Bezirke Bostanci, Maltepe, Kartal, Pendik und Tuzla eine rasche Entwicklung.

In den 90er Jahren wurde Istanbul immer mehr zu einer Metropole, das lässt sich an der Ausbreitung des Verkehrsnetzes, das sich nach den nach außen streuenden Wohnsiedlungsgebieten orientierte, verfolgen. Die sich schnell entwickelnden Industriegebiete entlang der Autobahn E-5 führten zu einer illegalen Ansiedlung in ihrer Umgebung und die ständig zunehmende Vergabe von Baurechten aufgrund des erstellten Flächennutzungsplans führte zu einem starken Zuwachs der Bevölkerung. Zu dieser Zeit entwickelten sich die Bezirke Kartal, Üsküdar, Pendik und Tuzla rasch weiter.

An den Ufern von Kücükyalı und Maltepe, die früher mit ihren Weinbergen, Gärten und spärlich besetzten Häusern eher einer ländlichen Siedlung glichen, dehnten sich natürliche Sandstrände aus. Süreyya Ilmen ließ am Strand bei der Mündung des Kücükyalı-Baches ins Marmarameer eine Strandanlage errichten. Die S-Bahnstation, die in der Nähe der Anlage, die Süreyya-Pasa-Strand genannt wird, errichtet wurde und die Ansiedlung in der Umgebung gaben dem Viertel seinen Namen. Eine andere Anlage, die Süreyya Ilmen in Maltepe errichten ließ, ist das Sanatorium. Es ist das Süreyya-Pasa-Sanatorium, das im Süden von Basibüyük, welches früher der Narlidere-Hof genannt wurde, gegründet wurde. Heutzutage ist es ein Gesundheitskomplex mit verschiedenen Einheiten, das sich auf Brustkrankheiten spezialisiert hat und ein Krankenschwestern-College besitzt.

Die Gemeinden Maltepe und Kücükyalı wurden 1981 aufgelöst und in die Grenzen der Metropole einbezogen. Jedoch hat die Entwicklung der Schwarzbau-Siedlungen, die die Arbeiter von den Industrieanlagen am Rande des Ankara-Asphalts gebaut haben, wie bei vielen Stadtteilen in Istanbul auch dazu geführt, dass Maltepe zum Bezirk ernannt wurde. Die Schwarzbauten, die im Osten und Norden von der ehemaligen Verkehrsstraße D-100, der heutigen E-5 und dem Ankara-Asphalt eingegrenzt werden, haben innerhalb kurzer Zeit die Ortsteile Basibüyük, Gülsuyu und Gülensu gebildet. In diesem Abschnitt haben sich auch Ortsteile Aydinevler, Zümrütevler und Esenkent gebildet. Auch Büyükbakkalköy spürte die Auswirkungen dieses Prozesses und verlor seinen Status einer ländlichen Siedlung. Im südlichen Abschnitt von Büyükbakkalköy befinden sich militärische Flächen. Als Resultat der grenzenlosen rasanten Entwicklung der Siedlungsgebiete wurden in großem Maße die Buschflächen und Wälder in diesem Gebiet zerstört. Somit ist von der ehemaligen grünen Ansicht keine Spur vorhanden. Die Umwandlung von staatlichen Grundstücken und Stiftungsgrundstücken in Siedlungsgebiete begann im Jahr 1990 und verursachte verwaltungstechnische Probleme. Demzufolge wurde der Bezirk Kartal im Jahr 1992 mit einer Verwaltungsregelung von Maltepe getrennt.